Offener Brief an die Sportmedien

Uns Schalker Fans wird attestiert, eine besonders innige und emotionale Bindung zum Verein zu haben. Der Herzschlag der Leidenschaft ist schnell und die blau-weiße Brille auch im Fansortiment vertreten. Dennoch: Diese Liebe ist nicht blind.

Beispielsweise im „Schalke Unser” wurde der Verein für Maßnahmen wie das Eingreifen gegen die PSG-Fans vor einem Jahr oder diverse Vorfälle in der vergangenen Saison harsch und schonungslos kritisiert. Wir sind unseren Angebeteten zwar hörig, aber nicht taub für Misstöne. Allerdings sehen wir uns jetzt in einer Situation, in der wir auch einmal die andere Seite in Frage stellen müssen.

Nach vielerlei Vorfällen und unabhängig von der derzeit durchaus erfolgreichen sportlichen Situation wollen wir auch den Verein und die Verantwortlichen in Schutz nehmen. Zahlreiche Ausfälle in der Medienlandschaft in der Berichterstattung über den FC Schalke geben dazu Anlass.

Im Verlauf der Saison wurde der sichere Weggang eines Leistungsträgers während eines Spiels mit den bekannten Folgen verbreitet, eine Meldung mit ungesicherten Quellen, wie sich später herausstellen sollte. Ohne weitere Nachfragen wurde berichtet über das Ausbleiben von Spielergehältern, die Stundung von Grundsteuern, eine Kündigung von Olaf Thon und eine Beauftragung des Rechtsanwalt Till Zech.

Die folgenden Klarstellungen des Vereins fanden verhältnismäßig geringen Niederschlag in der Presse, teilweise wurden sie gar nicht wahrgenommen. Es wurde im Zuge des Freundschaftsspiels in Dresden gar kolportiert, Schalke müsse aus Finanzproblemen um die Dörfer tingeln. Wie wir alle wissen, trat die Mannschaft in Dresden ohne Gage an.

Den unrühmlichen Höhepunkt erreichte die zweifelhafte Berichterstattung in der vergangenen Woche. Nicht zuletzt die Anschuldigung, Schalke fördere durch die Planung eines Marsches gen Stadion beim Derby und die Aussetzung von Stadionverboten die Aggressivität, trieb es auf die Spitze. Wie bekannt, wurden die Stadionverbote bereits vor Monaten in Absprache mit der Polizei aufgehoben. Aus dem Ganzen dem Club einen Strick drehen zu wollen, bleibt eine Absurdität.

Dass Manuel Neuer nun nach dem Spiel ohne Beweise vorverurteilt wurde und man sich in der Journaille bei der Abwägung von Aussage gegen Aussage mehr zu einer Seite hingezogen fühlte, spricht Bände. Wir wollen das Verhalten der Spieler Großkreutz und Sahin nicht bewerten, es spricht für sich. Fest steht aber, dass Fernsehbilder sämtliche Anschuldigungen, die eine Strafe seitens des DFB nach sich hätten ziehen können, einwandfrei widerlegen. Gerade das „Aktuelle Sport Studio”, das sich seit langem zu einer Verfilmung der „Bravo Sport” entwickelt, sollte sich hier angesprochen fühlen.

Wenn sich Tageszeitungen zu Fan-Magazinen entwickeln und seriöse Medien ihre tendenziöse Berichterstattung offen legen, läuft das Spiel in die falsche Richtung. Wir werden nicht, wie das auf der anderen Seite gerne bei den Berichten über Fans getan wird, alle über einen Kamm scheren. Und wir werden nicht eine Hetzkampagne halluzinieren, das überlassen wir anderen.

Es sei aber folgender Hinweis gestattet: Vielleicht sollte sich mancher „Journalist” mal fragen, ob es Zufall ist, dass sich Falschmeldungen rund um den FC Schalke in letzter Zeit häufen. Sie sollten sich fragen, wie es sein kann, dass derart oft bei ein und demselben Thema Spekulationen und Anschuldigungen als Tatsachen verkauft werden. Sie sollten sich fragen, ob nicht die Gier nach Negativschlagzeilen über die gebotene Pflicht zur gründlichen Recherche gesiegt hat.

Opfert eure Glaubwürdigkeit gerne, aber glaubt nicht, dass Schalke-Fans so doof sind, alles für bare Münze zu nehmen. Leute, die den FC Schalke und seine Fans unterschätzen, sind selten damit gut gefahren. Fragt mal nach bei Ivan Zamorano und Inter Mailand.

Gezeichnet

Schalker Fan-Initiative e.V.
Schalker Fan-Club Verband e.V.
Ultras Gelsenkirchen e.V.
Schalker Fanprojekt
Supporters Club e.V.

1 Antwort auf “Offener Brief an die Sportmedien”


  1. 1 Kampagne gegen Schalke geht weiter « Schalker Fan-Initiative e.V. Pingback am 19. Oktober 2009 um 9:27 Uhr
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